Den Blick immer nach vorne, „Sailors“ halt, aber vorher schnell noch eine kurze Rückblende…
Anne Gilpin und Robert „Hacker“ Jessett waren mit „Florida“ schon einmal innerhalb des Londoner Circuits recht weit gekommen. Das MOJO Magazin hatte sie zur besten britischen Liveband seit Jahren gekrönt, Trainspotting Regisseur Danny Boyle hatte sie zu seiner Lieblingsband erklärt – toll! Leider gab es noch ca. 15 andere Gruppen, die sich „Florida“ nannten, es gab deshalb Ärger, die Band zerbrach. Anne und Robert fingen von vorne an, suchten sich den einsamsten Flecken der Insel, um neues Material zu schreiben. Morton Valence hieß das verschlafenes Nest in Gloucestershire, drei Haufen Häuser, 40 000 Schafe und eine Kneipe (erinnert sich Robert). Der Ort des Neuanfangs wurde der Name der Band…
Die Idee, den Titeltrack des Album „The Day I Went to Bed For 10 Years“ zum „hidden track“ zu machen, war eine Idee der Musiker. Ich hatte zwar deutlich zum Ausdruck gebracht, das ich nicht sicher bin, ob so etwas genial oder einfach nur völlig gaga ist, aber wir haben es so gemacht. Der Grund, weshalb Morton Valence bei 25 Records in Hamburg unterschrieben hat, ist eben der, dass sie dadurch viele Freiheiten haben. Verträge von Majors und den stärksten britischen Indie-Labels hatten auf dem Tisch gelegen, waren aber verworfen worden. Auf diesem imaginären Tisch liegt dafür jetzt das Album, elf Songs aus verschiedenen Phasen von Morton Valence. Das meiste davon Demotapes, aber bereits von einer emotionalen Dichte, Schönheit und professioneller Performance, dass es ein Jammer gewesen wäre, diese Songs nicht zu veröffentlichen. Deshalb die Subline „The Unforgettable Demotapes“. Die Band entwickelt sich rasend schnell weiter, aber das macht diese CD nicht schlechter. Quod erat demonstrandum!
Inzwischen spielt Morton Valence on stage in großer Besetzung, sie haben eine wachsende, sehr junge Fanbase, die Clubgigs sind in London meistens schon Wochen vorher ausverkauft.
Die Band versteht sich in ihrer Zusammensetzung als Spiegelbild einer typisch Londoner Community. Robert ist echter Londoner. Anne, ausgebildete Ballett-Tänzerin, ist aus Irland. Die Keyboarderin Gigi kommt aus Hong Kong, die Rhythm-Section (Juan, Federico, Yuri, Leonardo) besteht aus vier Kolumbianern.
Jetzt gilt es, für dieses Album den Vertrieb unseres Vertrauens zu finden, erst mal
für Germany und UK. Dann werden wir weiter sehen. Zur Zeit gibt es die CD nur bei Dussmann in Berlin. Und im Webshop von 25 Records.
Stefan Schmidt
25 Records
Mai 2006
Morton Valence am 22. Mai 2006 in Berlin Lido:
Life bei Radio Eins in Berlin
weitere Bilder:
Morton Valence
Morton Valence
Im Lido